audiovisual autonomy

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The kinoki intersection Vienna is part of a political cinematic network under construction since the 1920... This is an arrangement of information regarding film, projection, discussion, reflection and production which also offers some links to other Kinoki intersections.

audiovisuelle selbstbestimmung

Der Kinoki Knotenpunkt Wien ist Teil eines cineastisch-politischen Netzwerks, an dem seit den 1920er Jahren gebastelt wird... Hier finden sich Informationen zu Film- Projektionen, Diskussionen, Reflexionen und Produktionen sowie links zu anderen Kinoki-Knotenpunkten.


OCCUPY/RESIST/PRODUCE

Do., 20.04.17 kinoki mikrokino #222
19:00 depot, 7. Breitegasse 3

OCCUPY – RESIST – PRODUCE: Die Neuerfindung von Arbeit und Selbstverwaltung


Filmstill aus: Vio.Me (2015)
Die Massenentlassungen und Fabrikschließungen in Folge der seit 2007 andauernden Finanzkrise haben die Frage nach der ArbeiterInnen-Selbstverwaltung neu gestellt. Die Dokumentarfilm-Trilogie OCCUPY, RESIST, PRODUCE von Oliver Ressler und Dario Azzellini untersucht drei Beispiele von Fabriksbesetzungen, die sich in erfolgreiche Experimente zur Neuerfindung der Arbeit im 21. Jahrhundert entwickelt haben. Mailand, Rom und Thessaloniki sind die Stationen, in denen ausgesperrte ArbeiterInnen ihre Fabriken übernehmen und im Kollektiv neue Produktionsweisen erfinden. Die gesamte Trilogie zum ersten Mal in Wien samt anschließendem Gespräch mit Oliver Ressler.

Occupy, Resist, Produce – Vio.Me., 30 min., 2015 (OmdtU), Oliver Ressler, Dario Azzellini.
Occupy, Resist, Produce – Officine Zero, 33 min., 2015 (OmdtU), Oliver Ressler, Dario Azzellini.
Occupy, Resist, Produce – RiMaflow, 34 min., 2014 (OmdtU), Oliver Ressler, Dario Azzellini.

MOBILISIERUNG DER TRÄUME

Fr. 17.03.17 kinoki mikrokino # 221
19:00 depot, Breitegasse 3

MOBILISIERUNG DER TRÄUME - Eine kurze Geschichte der Medien-Utopien


Das Auge Der Welt (C. Hartmann 1935)
Die Wurzeln der modernen Kommunikations- und Unterhaltungsmedien liegen allesamt im 19. Jahrhundert. Manche, wie der Phonograph, wurden einst als Weltereignis gefeiert und sind heute vergessen, andere wie der Film mussten lange um ihre Anerkennung als ernstzunehmende Ausdrucksform kämpfen. Wieder andere, wie das Fernsehen, brauchten Jahrzehnte um ihren Weg aus dem Labor zu finden.

Was aber all diesen Bild- und Tonmaschinen gemeinsam ist, sind die Wünsche, Vorstellungen und Ängste, die ihnen vorausgingen und die sie teils begleiteten: Das Radio wurde als Mittel der Völkerverständigung und Garant des Weltfriedens gefeiert, das Fernsehen kam rasch als Überwachungsapparat des organisierten Verbrechens in Verdacht und die nervösen Verwirrungen, die das Telefon hervorrief, fanden als Krankheitsbild bald Eingang in die psychiatrische Fachliteratur.

Was ist aus diesen Utopien und Vorstellungen geworden? Haben sie sich bewahrheitete? Wurden sie zerstreut und Lügen gestraft? In welchen der modernen Mythen finden sie sich wieder?

Anhand von zahllosen originalen Filmausschnitten und basierend auf den gleichnamigen Film, geht Martin Reinhart - einer der drei RegisseurInnen - diesen Fragen nach.

Making the Invisible Visible

Do. 12.01.17 kinoki mikrokino # 220
19:00 depot, Breitegasse 3

Making the Invisible Visible - Visualisierungsstrategien der Kontrolle


Banksy: What Are You Looking At?
Einflussnahme auf den öffentlichen Raum sowie Konzepte von Öffentlichkeit und Privatheit spielen seit langem in der Philosophie, Kulturtheorie aber auch bei Verschwörungstheorien eine nicht unwesentliche Rolle. Konzepte der Sichtbarmachung sowohl im gebauten Raum, als auch in unterschiedlichen Medien werden von der Künstlerin und Theoretikerin Vera Kumer kritisch hinterfragt. Der "klinische Blick" von Röntgenbildern oder CAT Scans, der "überwachende unsichtbare Blick" von Infrarot-Kameras und Satellitenüberwachung eröffnet uns den Einblick in die Welt des Nicht-Sichtbaren. Welche räumlichen Strukturen werden über die Institutionalisierung des Blickes etabliert? Welche Auswirkungen haben klinische, wie auch militärische Wege der Sichtbarmachung auf für uns gewohnte räumliche Konzepte wie Distanz, Nähe, Öffentlichkeit und Privatheit?  
Lecture mit Filmausschnitten gestaltet von Vera Kumer.

The Magic of Nigeria – Der Filmemacher Ola Balogun

Do. 17.11.16 
kinoki mikrokino # 219

19:00 depot, Breitegasse 3

The Magic of Nigeria – Der Filmemacher Ola Balogun

Ola Balogun bei den Dreharbeiten zu "Cry Freedom"
Regisseur, Drehbuchautor, Schriftsteller, Musiker, Musikproduzent und Mitbegründer der nigerianischen Filmproduktion. All diese Begriffe versuchen dem vielseitig Begabten gerecht zu werden. Der streitbare Regisseur Ola Balogun hat – stets zwischen Dokumentar- und Spielfilm oszillierend – Hauptwerke des nigerianischen Kinos geschaffen. Zwischen 1972 und 1982 drehte Balogun, bevor in Nigeria die „Nollywood“-Welle begann, insgesamt zehn Spielfilme. Obwohl seine Spiel- und Dokumentarfilme gern auf Festivals gezeigt werden ist er außerhalb Nigerias inzwischen so gut wie nicht bekannt. Jetzt liegt zum ersten Mal weltweit ein Buch in englischer Sprache über diesen außergewöhnlichen Künstler vor. Anlässlich seines 70. Geburtstages im August 2015 hat sich das Filmkollektiv Frankfurt dem Werk und der Person dieses “großen Unbekannten“ angenommen. Dabei herausgekommen ist ein sorgfältig editierter Band mit 10 AutorInnen, die sich mit profunder Kenntnis dem Filmmacher und der Magie seiner Filme in ihren Texten annähern.

Buchpräsentation von: "The Magic of Nigeria - On the Cinema of Ola Balogun"

Es werden Kurzfilme und Ausschnitte aus Ola Baloguns Filmen gezeigt, darunter AJANI-OGUN (1976), CRY FREEDOM (1980), IN THE BEGINNING... (1972) und IRON EAGLES (1987).

Außerdem wird Musik aus den Soundtracks zu Baloguns Filmen zu hören sein.
Ein Abend mit Gary Vanisian vom Filmkollektiv Frankfurt

Das Buch "The Magic of Nigeria - On the Cinema of Ola Balogun" (es werden 10 Exemplare aufliegen) kann an diesem Abend um 20.- EUR erworben werden. Bitte den Betrag genau mitbringen.

Burkina Faso: Revolution mit bloßen Händen

Do., 13.10.16, kinokis mikrokino #218
19:00 depot, Breitegasse 3

19:00 La sirène de Faso Fani
Regie: Michel K. Zongo (Burkina Faso 2015), Französisch mit Engl. UT, 90 min.

Michel K. Zongos vielfach ausgezeichneter Dokumentarfilm macht drastisch begreifbar, wie sich die einst florierende Textilindustrie in Koudougou durch die Strukturanpassungsprogramme von Weltbank und Internationalem Währungsfonds zurückentwickelte. Nach Jahren neoliberalen Privatisierungszwanges verfallen die Fabriken.

Revolution mit bloßen Händen (2016)
21:30 Revolution mit bloßen Händen
Regie: Moussa Ouédraogo, Hans-Georg Eberl (Burkina Faso / Österreich 2016), Französisch und Morée mit Deutschen UT, 70 min.

Eine Bestandsaufnahme des Volksaufstandes im Oktober 2014 in Burkina Faso, der den Sturz des diktatorischen Regimes von Blaise Compaoré herbeigeführt hat. Eine Diktatur wurde gestürzt, aber welche politischen und sozialen Veränderungen müssen erst noch erreicht werden?

Anschließend Diskussion mit Guibien Cléophas Zerbo, Teilnehmer der burkinischen Revolution 2014, und Hans-Georg Eberl.

Lang lebe Dziga Vertov!

Fr. 24.06.16 kinoki mikrokino
19:00 Depot, Breitegasse 3

Vor 120 Jahren wurde Dziga Vertov geboren: unermüdlicher Avantgardist, bedeutender Pionier der Filmgeschichte und erster Theoretiker des Dokumentarfilms. Seine Filme beschreiben nicht eigentlich die Gesellschaft wie sie war, sondern wie sie noch werden sollte. Stets spürt man in ihnen dieses utopische Vorauseilen. Seine Filme sind ein Brunnen, der unseren Durst weiterhin löscht, auch wenn die Quelle versiegt ist.

Filmstill: Im Land der Kinoveteranen
Im Land der Kinoveteranen
D 1996, 86min., R: Thomas Tode, Ale Muñoz und Rasmus Gerlach

Diese Filmexpedition zu Dziga Vertov beginnt auf dem Schienenstrang als Expedition in Vertovs Moskau (Darsteller des Rechercheurs: Ale Muñoz). Eine Filmgruppe folgt seinen Filmen und Manifesten, aber registriert auch die Veränderungen im Russland der Perestroika. Wurden zu Vertovs Zeiten Lenin-Statuen errichtet, so werden sie nun gestürtzt. Die Zeiten werden ineinander geblendet angesichts der Gemeinsamkeit: Revolution in Russland! Ein 20-jähriger junger Mann meldet sich beim Moskauer Filmkomitee. Er will die Ereignisse der Revolution filmen. Er heißt Dziga Vertov und proklamiert seine Theorie des Film-Auges in militanten Manifesten: »Ich bin Film-Auge. Von heute ab und in alle Zukunft befreie ich mich von der menschlichen Unbeweglichkeit. Ich bin in ununterbrochener Bewegung. Ich nähere mich und entferne mich von den Gegenständen, ich krieche unter sie, ich klettere auf sie, ich bewege mich gleichsam mit dem Maul eines galoppierenden Pferdes.«

Vorfilm: Moskau Enigma
1994/2016, 12min., R: Ale Muñoz

Am 8. März 2015 ist der Filmemacher, Architekt und Höhlenforscher Ale Muñoz im Alter von 50 Jahren in einer spanischen Höhle an Sauerstoffknappheit verstorben. Dieser Abend ist unserem Freund gewidmet, den wir sehr vermissen.

Anschließend Gespräch mit Thomas Tode und Rasmus Gerlach.

Lampedusa auf St. Pauli

Do. 23.06.16 kinoki mikrokino
19:00 Depot, Breitegasse 3

Lampedusa auf St. Pauli – Monument
D 2013/16, 84min., Regie: Rasmus Gerlach

Filmstill: Lampedusa auf St. Pauli
Eine Gruppe von 80 Westafrikanern steht im Juni 2013 plötzlich vor der Tür der St. Pauli-Kirche in Hamburg. Vom ersten Tag an werden die in der Kirche Asyl suchenden Gäste der St. Pauli-Pastoren vom Filmemacher begleitet. Der Krieg in Libyen hatte sie auf die Flüchtlingsboote nach Lampedusa getrieben. Nach einigen Monaten schickten die Italiener sie einfach mit Touristenvisa weiter nach Deutschland; doch auch in Hamburg wollen die Behörden sie nicht. Die Flüchtlinge schließen sich nun als Gruppe zusammen, um sich politisch Gehör zu verschaffen. Dokumentiert wird, wie aus einem spontanen Akt der Mitmenschlichkeit seitens der Pastoren eine breite Welle nachbarschaftlicher Hilfsbereitschaft geworden ist und wie der Konflikt zur Hamburger „Lampedusa-Krise“ eskaliert. In den drei Jahren dieser Krise entscheiden sich manche Flüchtlinge für den dornigen Weg der „Duldung“, während andere ungeduldet auf eine politische Gesamtlösung drängen. Der Film bewahrt wichtige Etappen der in dem Hafenviertel St. Pauli von je her geübten Willkommenskultur auf und bringt Bruchstücke einer neuen Flüchtlingskultur. So erlebt Elfriede Jelineks „Die Schutzbefohlenen“ in der St. Pauli-Kirche seine Urlesung durch die Flüchtlinge, nachdem es ursprünglich von den Flüchtlingen in der Wiener Votivkirche aufgeführt werden sollte, vor deren Vertreibung.

Anschließend: Gespräch mit Rasmus Gerlach.

Politik Macht Kino: BAKUR

SO. 19.06.16; 20:00 Uhr, METRO Kino (1; Johannesgasse 4):
BAKUR (Dokumentation, Türkei 2015, 92 min. R: Cayan Demirel, Ertugrul Mavioglu). Österreich-Premiere!

Filmstill BAKUR
BAKUR (NORDEN) ist ein Porträt von Kämpferinnen und Kämpfern in PKK-Ausbildungslagern im Berggebiet zwischen Türkei, Irak und Syrien, einer Region, die auch als Nordkurdistan oder eben BAKUR bezeichnet wird. Ein empathischer und partizipativer Dokumentarfilm und zugleich ein feinfühliges und leises Dokument politischer Propaganda.

Das Screening von BAKUR erfolgt im Rahmen der Reihe TERROR IM BLICK - POLITIK MACHT KINO, in der mehr als 40 Spielfilme und Dokumentationen Aufschluss geben über die Hintergründe von terroristischen Bewegungen, über menschliche Geschichten, politische Interessen und die Militarisierung des Blicks, von der die filmische Aufarbeitung dieses öffentlichen Traumas begleitet ist. Zum gesamten Programm

27. April: Nur die Toten kehren heim

Mittwoch, 27.April 20.30 Uhr im Votivkino/Wien:
Nur die Toten kehren heim
Einblicke in den kurdischen Widerstand in der Türkei

Dokumentarfilm Österreich & Kurdistan 2015, 81 Minuten
Konzept & Regie: Tina Leisch & Ali Can, Schnitt: Karina Ressler, Produktionsleitung: Şahin Okay & Özge Taş, Ton: Piran Baydemir, Tonschnitt & Sounddesign: Vinzenz Schwab, Musik: Sakina, Mikail Aslan, Delîla, Sadik Hüseyin Dede, Produktion: kinoki

Über eine Million KurdInnen leben in Europa im Exil, viele als politische Flüchtlinge, die nicht in die Türkei zurückkehren können, weil sie dort sofort eingesperrt würden. Aber auch in vielen EU-Staaten werden kurdische FreiheitskämpferInnen als TerroristInnen verfolgt. Der Film portraitiert einige der Exilierten, fährt an die Orte in Kurdistan, an die sie selber nicht zurück können und begegnet dort dem Widerstand der kurdischen Zivilgesellschaft gegen die autoritäre, minderheitenfeindliche Politik des türkischen Staates. Wir begegnen z.B. der Bürgermeisterin von Nusaybin, die mit 80% der Stimmen gewählt wurde und doch ständig von Polizei und Regierung unter Druck gesetzt wird. Wir lernen eine der Journalistinnen kennen, die die systematische Folter an kurdischen Kindern und Jugendlichen im Gefängnis von Pozanti aufgedeckt hat. Wir begleiten die Särge der drei in Paris im Jänner 2013 ermordeten kurdischen Aktivisten auf ihrem letzten Weg. Dabei begegnen wir einer Befreiungsbewegung, die von demokratischen, multiethnischen und feministischen Idealen genauso inspiriert ist, wie vom Kampf für die kurdische Sprache und Kultur. www.nurdietoten.at

Logbook_Serbistan

Do., 7. April
kinokis mikrokino # 216
20.00 Uhr im Depot

Želimir Žilnik betrachtet die Balkanroute aus der Nähe und verflicht die serbische Migrationserfahrung mit den Geschichten der heutigen Migrant_innen, die ebenfalls vor Armut und Krieg aus den Ländern Nordafrikas und des Nahen Ostens fliehen. Die Begegnungen finden nicht nur im Lager, sondern auch auf der Straße, in den Dörfern, bei Festen und beim Fußballspiel statt.

Logbook_Serbistan (RS , 2015), R: Želimir Žilnik, 94 min.
 Im Anschluss Diskussion mit  Želimir Žilnik