audiovisual autonomy

audiovisual autonomy

The kinoki intersection Vienna is part of a political cinematic network under construction since the 1920... This is an arrangement of information regarding film, projection, discussion, reflection and production which also offers some links to other Kinoki intersections.

audiovisuelle selbstbestimmung

Der Kinoki Knotenpunkt Wien ist Teil eines cineastisch-politischen Netzwerks, an dem seit den 1920er Jahren gebastelt wird... Hier finden sich Informationen zu Film- Projektionen, Diskussionen, Reflexionen und Produktionen sowie links zu anderen Kinoki-Knotenpunkten.


Wir glaubten, die Sonne geht nicht wieder auf

Do 23. November um 19 h im Amerlinghaus, 7; Stiftgasse 8, Raum 4
Ein Abend der Österreichischen Lagergemeinschaft Ravensbrück und FreundInnen (ÖLGRF) in Zusammenarbeit mit KINOKI.

Der verdrängte und vergessene Oldenburger Prozess
D 2015, 100 min, Dokumentarfilm von Farschid Ali Zahedi


Im August 1965 begann vor dem Oldenburger Landgericht ein Mordprozess, der als das aufwändigste Verfahren der Oldenburger Justizgeschichte gilt. Zwei Männer standen damals vor Gericht, die angeklagt waren, während des Zweiten Weltkriegs in der ukrainischen Stadt Kowel an der Ermordung tausender jüdischer Menschen beteiligt gewesen zu sein. Anhand von Zeitzeugeninterviews, Aufnahmen von Originalschauplätzen in der Ukraine sowie in Israel und nie zuvor öffentlich gezeigten historischen Materialien dokumentiert der 100minütige Film eindrucksvoll das Geschehen in und um Kowel und des nachfolgenden Prozesses in Oldenburg.
Anschließend Gespräch mit Regisseur Farschid Ali Zahedi.

Tanz und gib ihm!

Do. 16. November 17, kinoki mikrokino #226
19:00 depot, Breitegasse 3


Tanz und gib ihm! (R: Tina Leisch, A 2016, 83 min.)
Aleks, David und Miki, die Kämpfer aus dem Jugendzentrum, sind Fans von Philipp Schranz/Österreichischer Meister in Mixed Martial Arts. Die Jungfilmemacher Lorenz und Philipp bewundern Franz-Josef Huainigg, der trotz seiner körperlichen Beeinträchtigungen Nationalratsabgeordneter ist. Fatih, der Journalist werden möchte, ist fasziniert von Franz Viehböck, der erste und bisher einzige Österreicher im All und von Max Schrems, der erfolgreich Facebook verklagt hat. Stefan, der als Sohn zweier Lesben aufgewachsen ist, führt neugierig-liebvolle Gespräche mit seinem Samenspender-Vater und Jungfußballer Daniel träumt von David Alaba, Österreichs aktuell größtem Fußballstar. Tina Leischs Film begleitet den Alltag von 15 jungen Männern aus unterschiedlichen Familien auf dem Weg zur Verwirklichung ihrer Träume. "Schweben wie ein Schmetterling und stechen wie eine Biene", sagte Muhammad Ali. Aleks übersetzt das ins Wienerische: "Tanz und gib ihm!". Muhammad Ali hätte das bestimmt gefallen.

Anschließend Gespräch mit der Filmemacherin Tina Leisch.

How did we get to this strange place?

Mi. 11. Oktober 17, kinoki mikrokino #225
19:00 depot, Breitegasse 3

Cinelecture mit Filmbeispielen und Diskussion


Hypernormalization
Wer die Geschichte(n) schreibt, beherrscht die Welt! Oder war es einmal umgekehrt? Mit “Hypernormalisation” bezeichnet der russische Autor Alexei Yurchak die schizophrene Gegensätzlichkeit zwischen sozialer Realität und produzierter medialer Repräsentation der ‘Last Soviet Generation’. Der britische Dokumentarfilmer Adam Curtis arbeitet mit dem Archiv der BBC. Der Internetfilm beleuchtet das Aufkommen neoliberaler Politik im “Westen” und die Radikalisierung des Islam im “Osten” als parallele Entwicklungen. Von 1975 bis zum zeitgenössischen Status quo: “we have become lost in a fake world and cannot see the reality outside”. Bilderwütender, subjektiver Essay und Analyse wie Eliten mit allen Mittel versuchen ihre Ideologien durchzusetzen. Where do we go from here? Mit Nicolai Gütermann.

Kleine Manifeste #06: KLEINE PIONIERE

Dienstag 13.6., 20:00
Medienwerkstatt Wien 1070, Neubaugasse 40a

Eingeladen von der Medienwerkstatt Wien stellt Kinoki seine Arbeit vor und präsentiert den befreundeten Filmemacher Želimir Žilnik


Filmstill aus: Little Pioneers (1968)
„Wir blenden die Sterne mit unseren Projektoren!“ Die Devise entnahmen wir dem Manifest der KINOKI aus den 1920ern, die Projektoren dem Müllhaufen der Geschichte, auf dem die Errungenschaften der ehemaligen DDR in den 1990ern entsorgt wurden. Seitdem arbeiten wir daran, der dokumentarischen Illusion von filmischer Wirklichkeit als gleichzeitige Überlistung und Verdichtung der Realität auf die Spur zu kommen. Denn Einsichten in die Fabrikationen des Dokumentarischen als technische, soziale und politische Prozesse sprengen festgefahrene Identitäten und bringen die Möglichkeiten von Solidarität erneut ins Spiel. Aus diesen Gründen zeigen wir Filme, machen Filme, und laden Leute ein, die Filme machen, um sie gemeinsam zu diskutieren.

Little Pioneers (R: Želimir Žilnik, YU 1968, 14min.)
Auf sich allein gestellte Kinder erzählen von ihrem Leben und ihren Unternehmungen. Dabei wird die Filmkamera zur Komplizin.

Cosmo Girls (R: Želimir Žilnik, HU 2000, 26min.)
Portraits von Frauen, die davon handeln, wie sie sich und ihre Familien mit den unterschiedlichsten Tätigkeiten ökonomisch absichern.

Anschließend Gespräch mit dem Regisseur Želimir Žilnik

Anarchie in Europa

Do. 8. Juni 17, kinoki mikrokino #224
19:00 depot, Breitegasse 3

Projekt A – Eine Reise zu anarchistischen Projekten in Europa
Regie: Marcel Seehuber & Moritz Springer, D/ES/GR/CH 2015, 84 min., dt. OF.

Anarchie ist machbar, Herr Nachbar! Dreißig Jahre nach dem Ende des real existierenden Sozialismus, mitten in der kapitalistischen Krise wirken die Ideen der anarchistischen Herrschaftslosigkeit und Selbstorganisation taufrisch. Aber gibt es ein richtiges Leben im Falschen? "Projekt A" nimmt die ZuschauerInnen mit auf eine Reise zu anarchistischen Projekten in Europa. Die Filmemacher sind zu Gast beim „Internationalen Anarchistischen Treffen“ in der Schweiz, besuchen die Anti-Atom-Aktivistin Hanna Poddig und treffen Mitglieder der anarchosyndikalistischen Gewerkschaft CGT in Barcelona. Weitere Stationen ihrer Reise sind der zum öffentlichen Park umgestaltete Parkplatz „Parko Narvarinou“ in Athen und das Münchener „Kartoffelkombinat“. Die ProtagonistInnenen dieser Projekte zeichnen ein vielfältiges Bild von konkreten anarchistisch inspirierten Praxen.

Anschließend: Gespräch mit Philosoph und Autor Robert Foltin.

Minor Borders: Kleine Grenzen, große Grenzregimes

Do. 4. Mai 17, kinoki mikrokino #223
19:00 depot, Breitegasse 3

Minor Borders: Kleine Grenzen / große Grenzregimes

Lisbeth Kovacic: Minor Boders
"In Europa wird man nicht mit Waffen getötet, hier sind es Stift und Papier" heißt es in der Kurzdoku Minor Border/Kleine Grenze. Lisbeth Kovacic unternimmt in ihren Arbeiten subtile Erkundungen in den Grenzgebieten zwischen Fakten, Emotionen und Migrationsbewegungen. Neben einigen preisgekrönten Videos stellt die Künstlerin und Aktivistin ihr aktuelles Projekt vor, einen Langfilm über den heißen Sommer 2015 in Nickelsdorf. An diesem Ort überkreuzten sich die verlorene Utopie des grenznahen Kleylehofes und eine scheinbar realisierte Utopie von Bewegungsfreiheit, die sich tausende von Refugees aus Budapest kommend genommen hatten.

Minor Border (2015), 25min. Lisbeth Kovacic
Während die Bilder die Demontage der architektonischen Zeugnisse überkommener Grenzstationen dokumentieren, wird im Ton über die Etablierung neuer Grenzregimes reflektiert.

#theircatsaswell
(2016), 4 min. Lisbeth Kovacic
Ein animierter WhatsApp-Chat zwischen österreichischen AktivistInnen und syrischen Refugees auf dem Weg nach Deutschland - samt ihrer Katze.

In Anwesenheit von Lisbeth Kovacic.

OCCUPY/RESIST/PRODUCE

Do., 20.04.17 kinoki mikrokino #222
19:00 depot, 7. Breitegasse 3

OCCUPY – RESIST – PRODUCE: Die Neuerfindung von Arbeit und Selbstverwaltung


Filmstill aus: Vio.Me (2015)
Die Massenentlassungen und Fabrikschließungen in Folge der seit 2007 andauernden Finanzkrise haben die Frage nach der ArbeiterInnen-Selbstverwaltung neu gestellt. Die Dokumentarfilm-Trilogie OCCUPY, RESIST, PRODUCE von Oliver Ressler und Dario Azzellini untersucht drei Beispiele von Fabriksbesetzungen, die sich in erfolgreiche Experimente zur Neuerfindung der Arbeit im 21. Jahrhundert entwickelt haben. Mailand, Rom und Thessaloniki sind die Stationen, in denen ausgesperrte ArbeiterInnen ihre Fabriken übernehmen und im Kollektiv neue Produktionsweisen erfinden. Die gesamte Trilogie zum ersten Mal in Wien samt anschließendem Gespräch mit Oliver Ressler.

Occupy, Resist, Produce – Vio.Me., 30 min., 2015 (OmdtU), Oliver Ressler, Dario Azzellini.
Occupy, Resist, Produce – Officine Zero, 33 min., 2015 (OmdtU), Oliver Ressler, Dario Azzellini.
Occupy, Resist, Produce – RiMaflow, 34 min., 2014 (OmdtU), Oliver Ressler, Dario Azzellini.

MOBILISIERUNG DER TRÄUME

Fr. 17.03.17 kinoki mikrokino # 221
19:00 depot, Breitegasse 3

MOBILISIERUNG DER TRÄUME - Eine kurze Geschichte der Medien-Utopien


Das Auge Der Welt (C. Hartmann 1935)
Die Wurzeln der modernen Kommunikations- und Unterhaltungsmedien liegen allesamt im 19. Jahrhundert. Manche, wie der Phonograph, wurden einst als Weltereignis gefeiert und sind heute vergessen, andere wie der Film mussten lange um ihre Anerkennung als ernstzunehmende Ausdrucksform kämpfen. Wieder andere, wie das Fernsehen, brauchten Jahrzehnte um ihren Weg aus dem Labor zu finden.

Was aber all diesen Bild- und Tonmaschinen gemeinsam ist, sind die Wünsche, Vorstellungen und Ängste, die ihnen vorausgingen und die sie teils begleiteten: Das Radio wurde als Mittel der Völkerverständigung und Garant des Weltfriedens gefeiert, das Fernsehen kam rasch als Überwachungsapparat des organisierten Verbrechens in Verdacht und die nervösen Verwirrungen, die das Telefon hervorrief, fanden als Krankheitsbild bald Eingang in die psychiatrische Fachliteratur.

Was ist aus diesen Utopien und Vorstellungen geworden? Haben sie sich bewahrheitete? Wurden sie zerstreut und Lügen gestraft? In welchen der modernen Mythen finden sie sich wieder?

Anhand von zahllosen originalen Filmausschnitten und basierend auf den gleichnamigen Film, geht Martin Reinhart - einer der drei RegisseurInnen - diesen Fragen nach.

Making the Invisible Visible

Do. 12.01.17 kinoki mikrokino # 220
19:00 depot, Breitegasse 3

Making the Invisible Visible - Visualisierungsstrategien der Kontrolle


Banksy: What Are You Looking At?
Einflussnahme auf den öffentlichen Raum sowie Konzepte von Öffentlichkeit und Privatheit spielen seit langem in der Philosophie, Kulturtheorie aber auch bei Verschwörungstheorien eine nicht unwesentliche Rolle. Konzepte der Sichtbarmachung sowohl im gebauten Raum, als auch in unterschiedlichen Medien werden von der Künstlerin und Theoretikerin Vera Kumer kritisch hinterfragt. Der "klinische Blick" von Röntgenbildern oder CAT Scans, der "überwachende unsichtbare Blick" von Infrarot-Kameras und Satellitenüberwachung eröffnet uns den Einblick in die Welt des Nicht-Sichtbaren. Welche räumlichen Strukturen werden über die Institutionalisierung des Blickes etabliert? Welche Auswirkungen haben klinische, wie auch militärische Wege der Sichtbarmachung auf für uns gewohnte räumliche Konzepte wie Distanz, Nähe, Öffentlichkeit und Privatheit?  
Lecture mit Filmausschnitten gestaltet von Vera Kumer.

The Magic of Nigeria – Der Filmemacher Ola Balogun

Do. 17.11.16 
kinoki mikrokino # 219

19:00 depot, Breitegasse 3

The Magic of Nigeria – Der Filmemacher Ola Balogun

Ola Balogun bei den Dreharbeiten zu "Cry Freedom"
Regisseur, Drehbuchautor, Schriftsteller, Musiker, Musikproduzent und Mitbegründer der nigerianischen Filmproduktion. All diese Begriffe versuchen dem vielseitig Begabten gerecht zu werden. Der streitbare Regisseur Ola Balogun hat – stets zwischen Dokumentar- und Spielfilm oszillierend – Hauptwerke des nigerianischen Kinos geschaffen. Zwischen 1972 und 1982 drehte Balogun, bevor in Nigeria die „Nollywood“-Welle begann, insgesamt zehn Spielfilme. Obwohl seine Spiel- und Dokumentarfilme gern auf Festivals gezeigt werden ist er außerhalb Nigerias inzwischen so gut wie nicht bekannt. Jetzt liegt zum ersten Mal weltweit ein Buch in englischer Sprache über diesen außergewöhnlichen Künstler vor. Anlässlich seines 70. Geburtstages im August 2015 hat sich das Filmkollektiv Frankfurt dem Werk und der Person dieses “großen Unbekannten“ angenommen. Dabei herausgekommen ist ein sorgfältig editierter Band mit 10 AutorInnen, die sich mit profunder Kenntnis dem Filmmacher und der Magie seiner Filme in ihren Texten annähern.

Buchpräsentation von: "The Magic of Nigeria - On the Cinema of Ola Balogun"

Es werden Kurzfilme und Ausschnitte aus Ola Baloguns Filmen gezeigt, darunter AJANI-OGUN (1976), CRY FREEDOM (1980), IN THE BEGINNING... (1972) und IRON EAGLES (1987).

Außerdem wird Musik aus den Soundtracks zu Baloguns Filmen zu hören sein.
Ein Abend mit Gary Vanisian vom Filmkollektiv Frankfurt

Das Buch "The Magic of Nigeria - On the Cinema of Ola Balogun" (es werden 10 Exemplare aufliegen) kann an diesem Abend um 20.- EUR erworben werden. Bitte den Betrag genau mitbringen.